Erwartung runter, Lockerheit rauf


12.07.2017

Viel zu oft hoffen wir darauf, dass andere uns glücklich machen.

Wir gehen mit hohen Erwartungen an andere heran – am besten, ohne diese auszusprechen. Wenn die dann nicht erfüllt werden, sind die anderen die Bösen und wir haben die Geschichte im Kopf: „wenn die anderen machen würden was ich will, ginge es mir gut“.

Dabei wird vergessen, dass niemand dazu da ist, uns glücklich zu machen.

–> Denn nur Sie sind dazu da, sich glücklich zu machen.

Aus dem Gefühl, abhängig von anderen zu sein, aber leisten und liefern zu müssen, ansteht ein intensiver Stresscocktail. Mit einer Mischung aus geringem Selbstbewusstsein und großer Angst ist im Leben keine Medaille zu gewinnen. Ich bin erschrocken, wie viele erwachsene Menschen es schwer haben, ihre Meinung zu sagen, für sich einzutreten und für etwas einzutreten, was ihnen zusteht. Viele setzen da noch ihre viel zu hohen Ansprüche an sich oben drauf – Perfektion schafft Frustration.

Sie haben gelernt, für andere zu sorgen, es anderen Recht zu machen und sich um andere zu kümmern. Sie sind darauf konditioniert, nett zu sein. Das ist Ihr Hauptproblem: Sie sind zu nett. Denn Sie haben nicht gelernt, sich zu lieben und sich gut zu behandeln. Sonst hätten Sie diesen Stress nicht. Sonst würden Sie sich nicht soviel Druck machen und immer wieder das Unmögliche zu ermöglichen, ohne das jemals zu schaffen.

Sie nehmen sich nicht wichtig, sondern die anderen. Sie gehen mit falschen Ansprüchen an sich durch Ihr Leben, anstatt endlich Ihre Ansprüche bei anderen einzufordern und beispielsweise zu sagen, was Sie stört. „Stopp“, „Nein“, „so nicht“ sind wahrscheinlich keine Wörter, die Sie regelmäßig verwenden. Das sollten Sie aber. Stattdessen versuchen Sie, Ihre viel zu hohen Ideale zu erfüllen.

Sie haben eine Idee im Kopf, wie Sie zu sein haben und sind bereit, alles dafür zu geben. Doch ist das wirklich Ihre eigene Überzeugung oder wurde sie Ihnen durch Erziehung und Sozialisierung in den Kopf gepflanzt? Und wer hat etwas davon, wenn Sie diese Idee irgendwann mal erreichen? Sind das wirklich Sie? Oder sind dann die anderen glücklich?

Sie sind geboren, um glücklich zu sein und nicht, um andere glücklich zu machen.Sie tun lieber alles für andere, anstatt wenig für sich. Sie wissen, dass Sie Muster haben, von denen Sie immer wieder in Stress, Druck und Ärger geführt werden. Aber Sie haben Angst, diese zu unterbrechen. Ich sage Ihnen auch den Grund dafür: Sie haben Angst, dann keinen Erfolg mehr zu haben. Allerdings vergessen Sie dabei, dass der einzige Erfolg im Leben darin besteht, glücklich zu sein.

Im Stress sind Sie sicherlich nicht glücklich. Lieber ignorieren wir unsere Freiheit, für uns zu sorgen als Gefahr zu laufen, dann aus der Reihe zu tanzen, nicht mitzumachen und anders zu sein. Dabei hat Ihr Herz in Wahrheit eine tiefe Sehnsucht nach Ausgeglichenheit, Balance, Ruhe, Entspannung, Frieden und Stille in sich. Aber Sie erlauben sich nicht, dieser Sehnsucht nachzugehen. Ihr Verstand hält Sie davon ab. Ihr Verstand schnürt Ihrem Herz mit „du darfst das nicht“ oder „man macht das nicht“ die Luft ab. Hören Sie auf damit, den Ereignissen im Leben die Schuld für Ihre Misere in die Schuhe zu schieben. Nutzen Sie lieber Ihren Einfluss.

Trainieren Sie dazu, sich immer öfter folgende Frage zu stellen, wenn Sie sich gestresst fühlen: „Was ist das Beste, was ich jetzt tun kann?“ Finden Sie bis zu 8 Optionen und entscheiden Sie sich dann für eine.

Ihr und Euer
Christian Bremer


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