Ich darf nicht aufs WC!


24.11.2015

Glück auf! (so ein freundlicher Gruß aus dem Ruhrgebiet)

Letztens habe ich der „wunderschönen grünen Stadt Bochum“ 🙂 meinen Vortrag „Nie wieder ärgern“ gehalten. Alles ist gut gelaufen, der Kunde ist begeistert.

Aber an einer Stelle war ich entsetzt, wirklich schockiert und sprachlos:

Denn nach dem Vortrag kam eine Teilnehmerin zu mir und sagte:

„Ich weiß, dass die ein oder andere Pause mir gut tun würden, aber ich kann keine Pausen machen“. Ich frage: „Warum nicht?“ Sie: „Das geht nicht!“. Ich frage: „Warum nicht?“. Sie: „Ich darf das nicht.“. Ich: „Warum nicht?“ Sie: „Mein Chef will das nicht.“

Nur zum richtigen Verständnis: sie war nicht 8 Jahre, sondern Anfang 40. Sie war nicht im Knast, sondern leitende (!) Büroangestellte.

Ich frage weiter: „Können Sie nicht einfach aufstehen und so tun, als ob Sie aufs Klo müssten und so ein paar Minuten für sich erhalten?“ Sie: „Nein, das geht nicht!“

Leider erlebe ich das immer wieder: erwachsene Menschen, die sich von anderen unsinnige Vorschriften machen lassen.

Dabei habe ich schon vor vielen Jahren ich den Spruch gehört: „Geht nicht gibt´s nicht!“

Da ist was dran, denn ich meine:

„Gedanken können Käfige sein – oder Sprungbretter!“

Und jetzt kommen wir mal schön zu Ihnen: an welchen Stellen bauen Sie sich denn aus Ihren Gedanken Käfige? Na, haben Sie eine Idee?

Gerne gebe ich Ihnen 2 einfache, mögliche Beispiele:

1. Vielleicht fühlen Sie sich ja manchmal durch Zeitnot gestresst, weil Sie nicht Nein sagen. Hier ist der Käfig: wenn ich Nein sage, passieren schlimme Dinge.

2. Gerne würden Sie einer Kollegin mal endlich sagen wollen, dass Sie deren Zuspätkommen leid sind. Der Käfig: Sie sagen es ihr nicht, weil Sie ja „niemanden verletzten“ wollen und nicht wissen, wie die Kollegin reagiert.

In beiden Beispielen gehen Sie mit anderen „nett“ um, aber nicht mit selbst. In beiden Fällen hätten Sie schon eher eine Mauer als einen Käfig gebaut.

Doch ist nicht Ihre Kompetenz der Engpass: Denn die Worte fürs Ansprechen würden Sie finden, wenn Sie mutig aus dem Käfig kommen. Denn: „Mut ist Handeln trotz Angst!“

Der Engpass besteht also aus den Gedanken in Form von Vermutungen, Spekulationen, Bewertungen und Erwartungen, die Sie haben.

Bitte machen Sie sich jeden Tag klar:

• Ich sind wertvoll.

• Ich habe ein Recht auf Glück und Gelassenheit.

• Ich darf sagen, was ich will.

• Ich habe die Kraft, die alles schafft.

• Wenn ich etwas nicht kann bedeutet das nur, dass ich es noch lernen kann.

• Das Universum ist freundlich.

Also rauf aufs Sprungbrett. Seien Sie zuversichtlich, konstruktiv und gehen Sie mit sich selbst noch freundlicher um.


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