So funktioniert Gelassenheit


27.09.2017

Probieren Sie die Tipps aus diesem Blogbeitrag aus und sehen Sie die folgenden Ereignisse dann doch mal aus einer anderen Perspektive:

Der Kunde hackt auf einem winzigen Detail des Projektes herum? Dann sind mindestens 80 Prozent bereits zu seiner Zufriedenheit erledigt und es muss lediglich noch an Kleinigkeiten nachgebessert werden; möglicherweise hatte er auch einfach nur einen schlechten Tag.

Ein Mitarbeiter ist mitten im Prozess plötzlich erkrankt? Das kann passieren, wir sind alle nur Menschen – kein Grund, sauer zu sein. Wie gut, dass Sie deswegen nicht in Lebensgefahr sind.

Ein technischer Defekt macht Ihrer Ablaufplanung einen Strich durch die Rechnung? Eine hervorragende Chance zu zeigen, wie flexibel Sie reagieren können.

Die Bahnfahrt zum Meeting dauert länger als erwartet? Das gibt Ihnen (nachdem Sie Ihre Verspätung angekündigt haben) die Zeit, bei einer Tasse Kaffee noch einmal alle Punkte Ihrer Präsentation in Ruhe durchzugehen; für Ihre Verspätung können Sie nichts, und vermutlich hat deshalb jeder dafür Verständnis. Schließlich sind Sie ja nicht andauernd zu spät.

Hier das Motto: Sagen Sie erstmal „Ja!“ zu dem, was ist, bevor Sie in aller Ruhe alles tun, um den Zustand zu verbessern.

Praxistipp: Werden Sie mit „Der darf das, und ich darf das…“ zum Freund der Wirklichkeit

Oft sind es die Verhaltensweisen von anderen Menschen, die uns stressen, ärgern oder unter Druck setzen. Trainieren Sie dann, Ihr Denken zu lenken. Wenn Sie sich beispielsweise über einen verspäteten Kollegen ärgern, könnten Sie (anstatt sich zu ärgern) denken:

„Der darf jetzt zu spät kommen, und ich darf jetzt mit dem Meeting beginnen und ihm nachher mit sehr deutlichen Worten sagen, wie sehr er den Projektverlauf aufhält.“

Auch dankbare Gedanken können unmittelbar für mehr Gelassenheit sorgen. Vielleicht nervt ja mittlerweile das gesamte Projekt, weil es nur zögerlich vorangeht. Dann sagen Sie doch zumindest innerlich auch einmal Danke dafür, dass Sie gesund sind, liebe Menschen in Ihrem Leben haben und man Sie mit dem Projektmanagement beauftragt hat: Die Geschäftsleitung vertraut Ihnen, und Sie sind fürs Unternehmen offenbar wichtig. Sogar Kundenkritik ist ein guter Grund für Dankbarkeit. Schließlich müsste er diese nicht offen äußern und könnte Ihnen das Leben extra schwer machen um Ihnen eins auszuwischen, aber so haben Sie die Gelegenheit zur Nachbesserung.

Probieren Sie es doch einfach mal aus, es lohnt sich. Denn das was passiert ist, können Sie nicht ändern. Ihre Reaktion aber schon.

Ihr und Euer 
Christian Bremer


Weitere Themen im Blog:

Vom Dalai Lama lernen

30. Dezember 2015

Es gibt kein Leben ohne Stress. Er gehört schlichtweg zum Alltag und macht uns erfolgreicher, wenn wir ihn richtig für uns nutzen. Schicke Frage: Stellen Sie sich mal vor, dass Sie Ihre Leben lang bis heute von jemandem immer... Mehr erfahren

Was ist die Selbstcoachingmethode „The Work”?

2. April 2013

Oft sind die Dinge nicht so, wie sie sein sollen. Die Beispiele hierfür sind zahlreich: Ein Kunde soll kaufen, tut es aber nicht. Ein Mitarbeiter soll pünktlich sein, tut es aber nicht. Ein Chef soll besser informieren, tut es... Mehr erfahren

Wirklich locker bleiben vor Präsentationen und Reden

25. Oktober 2016

Schluss mit Lampenfieber und Redeangst Wer ist schon immer gelassen, wenn es darum geht, vor Gruppen zu sprechen? Gleich zu Beginn im ersten Semester meines Studiums (Anfang der 90er) in Dortmund sollte ich eine Präsentation... Mehr erfahren