Tod dem Fehlerteufel


06.08.2016

Lies das hier mit einer einzigen Idee: Was von dem, was ich hier lese, kann ich in meinem Leben anwenden? Es geht nicht darum, dass du mehr lernst.

Du weißt schon genug!

Es geht nicht darum, dass du deinen Kopf mit mehr unnützem Wissen „vollpfropfst“. Es geht nur um folgende Frage: was von dem, was ich hier lese, kann ich mal ausprobieren und so davon profitieren?

Was ich dir in diesem Blog vermitteln möchte ist: LASSE MEHR FEHLER ZU! Denn:

wenn du mehr Fehler zulässt, wirst du automatisch gelassener.

Wichtig: Fehler bei dir selbst —> und bei anderen!

Ich gebe dir ein Beispiel. Ich bin in Dortmund in der Grundschule gewesen und meine Lehrerin Frau Zwoniarski hatte einen Fehlerteufel-Stempel. Der war relativ sympathisch und wurde auch ganz gut und freundlich dargestellt. Allerdings, was passierte? Es gab immer für die Hausaufgaben Stempel und ich bekam nur dann einen Stempel, wenn ich viel richtig gemacht hatte. Damit waren Fehler für mich negativ besetzt.

Ein Fehler war etwas, das schlecht war.

Fehler war etwas, was nicht für mich von Vorteil war und auf diese Art und Weise habe ich, wie Millionen von anderen kleinen Kindern gelernt: vermeide Fehler, lasse Fehler nicht zu, es ist schlecht Fehler zu machen. Belohnt wirst du dafür, wenn du keine Fehler machst.

Sehr wahrscheinlich ist das auch in deinem Kopf drin und du glaubst es, bewusst oder unbewusst.

Denn: So haben Millionen von Kindern gelernt, also wahrscheinlich auch du! Wir haben uns das damals nicht aussuchen können. Wir konnten nicht sagen „Moment liebe Lehrerin, ich bin jetzt in der ersten Klasse, ich überdenke in den nächstenTagen mal das Konzept Fehler. Ist das für mich gut, oder nicht so gut? Mit dem ausgewogenen und reflektierten Ergebnis melde ich mich bei Ihnen.“

Wir haben den ganzen „Scheiß“ eins zu eins übernommen, ohne reflektieren zu können. Doch heute, jetzt und in den nächsten Minuten und Stunden, kannst du dein Konzept von Fehler wirklich überdenken und entscheiden und beschließen:

Ich betrachte Fehler ab heute als etwas anderes. Als etwas Gutes. Als etwas, was positiv ist.

Legen wir also los und nehmen an: ich mache einen Fehler. Das führt zu Ärger, Scham oder Schock oder ein mildes „doofes Gefühl“, je nach dem in welcher Grundverfassung ich bin.

Was muss passieren, damit ich mit meinen Fehlern gelassen umgehen kann, ohne mich selbst zusammen zu schlagen?

Nun, hast Du eine eigene Idee?

TATAAAAAA: Ich brauche den Glaubenssatz: Ich darf Fehler machen, weil…

Ein Beispiel: Ich darf Fehler machen, weil:

  • ich mein Bestes gegeben habe
  • ich so eine Menge lernen kann
  • ich mich gut vorbereitet habe
  • ich etwas getan habe und dabei können Fehler passieren.
  • ich keine Maschine bin.

Außerdem: Es ist grundsätzlich zutiefst menschlich, Fehler zu machen.

Wenn ich auf mein privates Leben zurück schaue, zum Beispiele auf meine Liebesbeziehungen, die ich mit Frauen geführt habe, habe ich ich viele Fehler gemacht. Sowohl bei der Entscheidung, in die Beziehung hinein zu gehen, als auch während der Beziehungen. Wenn ich zurück schaue, kann ich jetzt mit meiner Frau nur deswegen eine glückliche, liebevolle, großartige und erfüllende Beziehung führen, weil ich damals diese Fehler gemacht habe.

Fehler zeigen mir auf: Ich habe etwas probiert und ich habe festgestellt: keine gute Idee, ich probiere einen neuen Weg aus. Deswegen haben Fehler für mich in meinem Denken, in meinem Sprechen etwas total positives an sich. Fehler machen mich stolz, weil sie mir zeigen: ich habe etwas probiert, es kam vom Herzen, ich habe es getan und es hat nicht funktioniert. Also finde ich einen neuen Weg heraus.

Was ist da passiert? Ich habe in meinem Kopf das mentale „Konzept Fehler“ für mich umgedeutet. Die meisten Menschen und vielleicht gehörst du da auch noch zu, denken: ich darf keine Fehler machen, das ist schlecht, das wirft mich nach hinten, das ist peinlich, das ist nicht intelligent.

Ich meine: Das ist alles Quatsch! Quatsch, der uns beigebracht wurde von Leuten, die so einen Quatsch selber denken.

Ich meine: Du darfst Fehler machen! Und du darfst auch anderen erlauben, Fehler zu machen. Wieso sollte für Dich etwas gelten, du für andere nicht gilt?

Jeder, der morgens aufsteht und irgendetwas tut, kann Fehler machen. Also auch ich! Also auch du!

Wozu ich dich jetzt einlade, ist darüber nachzudenken, wie würdest du folgenden Satz auf zehn verschiedene Arten fortsetzten?

Ich darf Fehler machen, weil …

1. …

2. …

3., …

10. … .

Nimm dir jetzt einen Moment und ein Blatt Papier und beantworte diese Frage auf zehn Weisen für dich. Viel Spaß dabei, es ist super wertvoll!

Und, gemacht? Ich meine, wenn du es jetzt nicht gemacht hast und denkst, das mache ich vielleicht morgen, ist das ok. Aber die Chance, dass du es morgen machst, ist geringer, als das du es jetzt gleich machst. Von daher gebe ich nochmal den Appell, das wirklich jetzt zu machen.

Und, gemacht?

Es hilft nichts Gutes, außer man tut es 🙂

Jetzt kannst du folgendes tun. Wenn du das nächste Mal einen Fehler machst, wirst du dich erstmal erneut schlecht fühlen. Du wirst dich unwohl fühlen und dann zücke die Liste. Sei es mental, oder in Papierform, oder auf dem Smartphone und schau dir an, ich darf Fehler machen, weil … 1., 2., 3. Und dann fragst du dich, was kann ich beim nächsten Mal besser, schlauer, gewiefter, intelligenter machen?

Wenn du diese zehn Gründe gefunden hast, wirst du automatisch milder mit dir umgehen.

Das Schöne ist: du wirst automatisch auch mit anderen Menschen milder umgehen, die Fehler machen.

Das was du dir selber erlaubst, kannst du auch anderen leichter erlauben. Deinen Kindern, deinen Mitarbeitern, deinen Freunden, deinen Vorgesetzten, anderen Straßenverkehrsteilnehmern. Wenn du bei dir anfängst, wirst du in faszinierender Weise feststellen, dass du auch anderen Menschen leichter erlauben kannst, Fehler zu machen. Du kannst ja trotzdem ansprechen, wenn dich etwas stört. Wenn du einen Fehler feststellt, kannst du ja sagen: „Herr Müller, ich hätte es mir so und so und so vorgestellt. Können Sie beim nächsten Mal bitte darauf achten, dass …!“

Wahrscheinlich wirst Du währenddessen etwas genervt sein und dich ein wenig zusammen reißen müssen, aber das ist besser als total genervt zu sein.

Glaube mir: dein Bewusstsein, dein Zustand wird anders sein, wenn du der Person einen Fehler erlaubst. Ich verwende persönlich das Denkmuster: der Andere darf… und ich darf.…

Zum Beispiel: Der Andere darf Fehler machen und ich darf ihn darauf ansprechen.

Auf diese Art und Weise setzt du meine Grundidee sofort konkret um. Aus dem fiesen Gefühl von Ärger und Stress über eine souveräne Gelassenheit ins Handeln zu kommen. Das Gefühl von Ärger über andere Fehler taucht automatisch auf. Es ist ein unbewusster Reflex. Die souveräne Gelassenheit baust du auf mit dem Glaubenssatz: Ich darf Fehler machen und andere auch. Der Andere darf Fehler machen und ich darf es ansprechen. So bist du in der Handlung. Damit setzt du die Idee um, die zu einem positiven, glücklichen Leben führt. Aus dem Stress und Ärger, über souveräne Gelassenheit ins Handeln hinein.

Hier noch eine Ergänzung, mit einer faszinierenden Idee: Fehler braucht Vergangenheit!

Mach dir das bewusst und denk jetzt darüber selbst nach. Du kannst in der Zukunft keine Fehler machen. Du kannst auch jetzt keine Fehler machen. Du kannst jetzt was machen, das in der Zukunft, in der Vergangenheit als Fehler erkennbar wird, aber einen Fehler kannst du nur in der Vergangenheit machen. Warum ist die Vergangenheit freundlich? Weil sie vorbei ist! Weil du aus ihr lernen kannst!

Ärgere dich nicht über Fehler, sondern nutze sie, um die nächstbessere Version deiner Selbst zu werden. Nutze sie, um zu erkennen: in dem Bereich kann ich noch etwas lernen, kann ich vielleicht ein Seminar besuchen, kann ich vielleicht ein Buch lesen, kenne ich jemanden in meinem Kollegenkreis, der besser ausgebildet ist in diesem Thema als ich.

Fehler sind Geschenke. Passiert ist es sowieso. Es ist vielleicht sinnvoll sich zu entschuldigen für etwas. Ja, mag sein, aber werde die Person, die bei anderen und bei deinen Fehlern lächeln kann und sich dann aufrappelt und sich überlegt, was ist das Beste, was ich beim nächsten Mal besser machen kann. Eine Garantie, dass du es besser machst, hast du nicht. Allerdings ist es besser aus den Fehlern zu lernen, als sich nur über sie zu ärgern!

Ich darf Fehler machen! Ich darf mich hier im Blog mal verschreiben. Die meisten werden es mir verzeihen und wer es mir nicht verzeiht, ist vielleicht so gestresst, dass auch ich ihm nicht helfen kann.

Wir haben so viel Quatsch im Kopf und ganz wichtig ist: Glaube nicht alles, was du denkst, wenn du im Stress bist!

„Es hätte mir nicht passieren dürfen!“ – ist es aber und du hast es überlebt. Es ist halb so schlimm. „Es hätte ihm nicht passieren dürfen, das habe ich ihm schon sieben Mal erklärt!“ – es ist ihm aber passiert und du bist am Leben. Geh hin und sag ihm: „Hey, das war ein Fehler, cool das wir es bemerkt haben, lass uns darüber sprechen, wie du es beim nächsten Mal besser machen kannst.“ Es ist immer das Gleiche: Dein Gefühl zeigt dir 2 Dinge auf: beruhige dich und werde aktiv.

Also: DU DARFST FEHLER MACHEN!

Viel Spaß dabei und grüß´ deine Fehlerteufel.

Gelassenheit gewinnt, dein Christian!


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