Wie sich Yoga auf die Gelassenheit ausübt


06.12.2016

Bewegung ist gesund, davon bin ich fest überzeugt! Bewegung kann anspannen oder entspannen. Ich selbst bin davon überzeugt, dass Yoga ein Wechselspiel genau dieser Empfindungen darstellt.

Um auch euch Yoga mal in Zusammenhang mit Gelassenheit vorzustellen, habe ich ein Experteninterview geführt mit Melanie Wagner, die einen Yoga- und Lifestyle Blog betreibt.

Was macht Yoga mit meinem Geist? 

Man sagt, Yoga trainiert Körper und Geist. So weit, so gut. Aber auch Gymnastik oder irgendeine andere Sportart trainiert deinen Körper. Aber beim Yoga wird zusätzlich der Geist trainiert und die Gelassenheit gefördert. Aber in wie fern? Diese Frage habe ich mir schon hundert mal gestellt.

Wie stoppe ich das Gedankenkarussell?

Ich mache jetzt seit 10 Jahren Ashtanga Yoga und muss schon sagen, dass sich im Laufe meiner Yogapraxis mein Geist bzw. mein Verstand oder wie man es auch nennen mag, weiterentwickelt hat. Beim Yoga passiert eigentlich folgendes: wir üben die Yogafiguren und merken sehr schnell ob wir körperlich an unsere Grenzen stoßen oder eben nicht. Stoßen wir an unsere Grenzen, weil der Muskel oder die Knochen nicht mitspielen wollen, schaltet sich unser Geist bzw. unser Verstand ein und beginnt zu werten. Und genau dort beginnt Yoga. Stoppe die Wertung wie zum Beispiel: „Das ist viel zu schwierig für mich, dass schaffe ich niemals“ oder „die Übung ist nur für Profis gemacht, wer soll das bitte jemals schaffen? Ich auf jeden Fall nicht“. All diese Wertungen kommen durch unser Ego und Erfahrungswerte. 

Wie werde ich durch Yoga ruhiger?

Durch Yoga lernst du diese Gedanken zu stoppen, du wirst ruhiger und gelassener und löst leidvolle Ich-Anhaftungen auf. Das Ego wertet nur und versucht das Beste für einen aus jeder Situation zu machen. Das Ego versucht immer zu gewinnen, das Ego versucht dich immer nach vorne zu bringen, erfolgreich zu sein. Du beginnst, dich durch Yoga nicht mehr selbst zu werten sondern dich so anzunehmen wie du bist. Die Situation so anzunehmen ohne eine Wertung abzugeben. Du versuchst nicht krampfhaft die Yogafigur zu schaffen, nur damit du etwas erreicht hast, damit du Erfolg hast. Annahme mit all deinen „Fehlern“ und „Macken“. Du fängst nicht jedes mal an und fragst dich, wieso du das denn nicht kannst, obwohl dein Nachbar als Anfänger die Übung total gut ausführt. Das ist völlig egal! Irgendwann machst du dir diese Gedanken nicht mehr. Du bist einfach nur noch du – so wie du bist!

Man muss ja auch dazu sagen, dass es gute und schlechte Tage gibt. Mal klappt es besser und mal schlechter. Zusätzlich haben wir eine Schokoladenseite bei der eh immer alles besser funktioniert. Alles Dinge, du du so hinnehmen solltest wie es ist. Gehe mit deiner Yogafigur bis zur Schmerzgrenze und nicht weiter. Sei achtsam mit den Übungen und deinem Körper und respektiere ihn, dass du eben heute nicht das Asana schaffst. Und genau das ist Yoga, das Bewusstsein des Geistes und des Verstandes, das Annehmen der jeweiligen Situation mit Ruhe und Gelassenheit. Du kannst die Wertung deines Egos komplett abschalten und nimmst dich so an wie du bist. 

„Immer schneller, höher, weiter!“ ist ein beliebtes Motto in unserer Gesellschaft. Was denkst du dazu?

Wir alle leben in einer Gesellschaft die immer mehr von Egos bestimmt ist. Immer schneller, weiter, höher! Immer mehr, mehr, mehr. Aber zu welchem Ziel? Die Rufe des Körpers werden teilweise rigoros überhört und plötzlich bekommt man Burn out, Depressionen oder andere psychische Volkskrankheiten. Das Ego gewinnt immer mehr die Oberhand. Der Ehrgeiz will immer weiter nach vorne. Ohne Erfolg bin ich nichts. So oder so ähnlich hört man es von vielen in unserer heutigen Gesellschaft. Was bin ich denn ohne meinen Job? Was bin ich denn ohne mein Haus oder mein Auto? Was bin ich denn ohne mein Geld? Da bleibt doch nichts mehr. Weit gefehlt. Was da bleibt bist du! Nicht mehr und nicht weniger – und ich finde, das ist eine Menge! 

Wie profitierst du persönlich von Yoga?

Durch Yoga lernen wir wieder mehr auf uns und unseren Körper zu hören. Das wir eben nicht nur aus unserem Ego bestehen und aus materiellen Dingen, sondern das da noch viel mehr ist. Wir lernen wieder achtsamer mit uns selbst umzugehen, auch mal nein sagen zu können, zu Dingen, die wir nicht wollen, weil sie uns einfach nicht gut tun. Wir lernen wieder Dinge, die uns gut tun und gelassener mit Problemen umzugehen. Wir sollten alle viel mehr Yoga machen um unseren Geist zu schärfen, unser Ego auf die Ersatzbank zu schicken und relaxter in unserer heutigen Zeit zu werden. Denn „ohne das Alles“ bist du Alles!

Wenn Sie mehr über Yoga, Meditation, Nachhaltigkeit, Yogareisen und einen gesunden und gelassenen Lifestyle wissen möchten, schauen Sie doch mal auf ihrem Yogablog www.ganzwunderbar.com oder ihrer Facebook-Seite vorbei.

Ihr und Euer
Christian Bremer

PS: Sie mögen Facebook? Katzenvideos bringen wir nicht, wohl aber viele gute Ideen rund um Gelassenheit…


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