Ich verhandle nicht mit meinem Verstand, ich befehle ihn.

Christian Bremer

Wäre es nicht schön, wenn…

Christian Bremer
Christian Bremer
Redner, Autor und Seminarveranstalter. Laut SAT 1 „Deutschlands Stressexperte Nr. 1“.
24. Juni 2016

99% aller Menschen wollen andere ändern. 1% ist bereit, sich zu ändern…wozu gehören Sie?

In der letzten Woche gab es in herrlicher entspannter und lebendiger Atmosphäre wieder mal unseren Tag der Gelassenheit in Dortmund und ich nehme eine der Teilnehmerfragen als Anlass für diesen Newsletter.

Eine Frage in einer Pause: „Sagen Sie mal, mir ist aufgefallen, dass ich oft gestresst bin, wenn ich mir wünsche, dass etwas nicht so ist, wie es ist. Haben Sie eine Idee, was ich tun kann?“

Hier finden Sie nun meine persönlichen Antworten auf die Frage der Teilnehmerin.

Vorweg: Ich habe mich total angesprochen gefühlt, denn auch ich bin immer wieder im „Krieg mit der Wirklichkeit“ und habe dann Stress.

DENN: DIE KRAFT MEINES WUNSCHES IST ERSTMAL IMMER KLEINER ALS DIE KRAFT DER WIRKLICHKEIT.

„Wäre es nicht schön, wenn…“, ist dennoch ein Gedanke, der mich am Tag immer wieder mal begleitet. Kennen Sie auch diese Situationen, in denen Sie sich etwas ganz anders wünschen als das, was Sie gerade eben haben oder erleben?

Zum Beispiel:

Es wäre schön, wenn…

… mein Kollege mal endlich pünktlich zum Meeting erscheinen würde.
… es keinen Stau gäbe.
… mein Nachbar seine schreckliche Musik leiser stellen würde.

Und jeden Tag begegnen uns von diesen Sätzen noch viele mehr. „Es wäre schön, wenn…“ ist ein Satzanfang, der auf Verhaltensweisen oder Zustände hinweist, mit denen ich nicht zufrieden bin. Das Dumme daran: meistens kann ich in dem Augenblick erstmal nichts daran ändern. Aber ich will das. Ich bin nicht offen für das Zuspätkommen, den Stau und erst recht nicht für die Musik vom Nachbarn. Ich will es sofort anders haben. Diese Annahme ist auch schon die Krux an der ganzen Sache, denn wir können an jeder Situation etwas ändern. Wenn auch nicht immer sofort, das ist klar.

Entscheidend (Teil 1):
Ich bin dann gelassen und glücklich wenn ich erkenne, dass mein Wunsch keinen Sinn macht, weil er mir in dem ersten Augenblick nicht erfüllt werden kann.

Entscheidend (Teil 2):
Wenn ich das erkenne und das Motto „Handeln statt wünschen“ umsetze, ist die Chance größer, dass ich bekomme, was ich will: Glück, Zufriedenheit, Erfolg und Frieden.

Natürlich stellt sich jetzt die Frage, wie das im Alltag umzusetzen ist:

Unterscheiden Sie dafür zwischen Ihrer Einfluss- und Ihrer Interessenszone.

Wie ist das gemeint? Natürlich haben Sie das berechtigte Interesse, das mein Kollege pünktlich ist, es keinen Stau gibt und Ihr Nachbar seine Musik leiser macht.

Wichtig ist: einen Einfluss darauf haben Sie (leider) nicht!

Das ist nicht meine Idee, sondern Sie können das im echten Leben beobachten.

Sobald Sie erkennen, dass Sie VÖLLIG ZURECHT daran interessiert sind, dass andere bspw. pünktlich sind, Sie allerdings keinen Einfluss darauf haben, sind Sie frei und können sich überlegen, was Sie beeinflussen können.

Mein Vorschlag: Überlegen Sie sich also auch Möglichkeiten Ihre Hoffnungen und Interessen zu erfüllen, indem Sie Ihre EIGENE Einflusszone nutzen. Fragen Sie sich dafür: Was kann ich jetzt konkret tun?

So könnten Sie…

… bei Ihrem Kollegen anrufen und fragen, ob und wann er kommt.

… zwar nicht den Stau wegzaubern, aber a) jetzt entscheiden, dass Sie beim nächsten       Mal früher losfahren und b) Ihren Gesprächspartner über Ihre Verspätung informieren.

… zum Nachbarn gehen, anschellen und fragen, ob er seine Musik leiser stellt.

Ob der Kollege, beim nächsten Mal pünktlicher kommt, der Gesprächspartner Ihre Verspätung akzeptiert und der Nachbar seine Musik leiser stellt, ist nicht garantiert (denn all das liegt außerhalb Ihrer Einflusszone). Aber die Chance besteht – und sie ist um so größer, je mehr Sie auf gelassene Weise tun!

Sie sehen also, es gibt für jeden Wunsch, den Sie haben eine Lösung.

Wichtig hierbei ist: behalten Sie immer im Auge, welches Ihre Interessen- und welche Ihre Einflusszone ist. Denn innerhalb Ihrer Interessenszone können Sie nur Wünsche äußern und hoffen, das diese erfüllt werden. Ihre Einflusszone hingegen können sie aktiv gestalten.

Wenn Sie sich also das nächste Mal dabei erwischen, wie Sie denken: „Es wäre schön, wenn…“, handeln Sie. Es wird Ihnen im Alltag viel unangenehmen Stress ersparen, in dem Sie sich über andere ärgern, obwohl Sie selbst für Ihre Zufriedenheit verantwortlich sind.

Bitte verstehen Sie mich so: ich bin mir NATÜRLICH nicht IMMER bewusst, dass ich im Stress außerhalb meiner Einflusszone bin. Und ich bin nicht immer „mal eben so“ bereit, mein Verhalten zu verändern, anstatt das von anderen zu erwarten. Es fällt mir nicht immer leicht, zu erkennen, das mein Wunsch nicht erfüllt wird.

Allerdings bin ich auf dem Weg, das jeden Tag immer ein bisschen besser zu beherrschen. Denn eines habe ich grundsätzlich verstanden: ich kann mir im Leben nicht aussuchen, was mir passiert. Aber ich kann trainieren, meine Reaktion auf das, was mir passiert, besser werden zu lassen. Tag für Tag, in aller Ruhe und mit viel Verständnis für mich selbst

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