Du musst nach den Dingen süchtig sein, die dich glücklich machen.

Christian Bremer

Vom Dalai Lama lernen

Christian Bremer
Christian Bremer
Redner, Autor und Seminarveranstalter. Laut SAT 1 „Deutschlands Stressexperte Nr. 1“.
30. Dezember 2015

Es gibt kein Leben ohne Stress. Er gehört schlichtweg zum Alltag und macht uns erfolgreicher, wenn wir ihn richtig für uns nutzen.

Schicke Frage:
Stellen Sie sich mal vor, dass Sie Ihre Leben lang bis heute von jemandem immer vor Stress geschützt worden wären. Was für ein Mensch wären Sie dann heute? 

Medien und viele wissenschaftliche Artikel stellen Stress meist als „Feind“ der Gesundheit dar. Er scheint verantwortlich für Fehltage, Burn-out und Herzkreislauferkrankungen.

Und tatsächlich: Die Fehlzeiten aufgrund von Stress und seinen Folgen sind in den letzten 15 Jahren um 80 % gestiegen. Dabei erkranken Frauen gemäß einiger Studien etwas häufiger an Burn-out, während Männer öfter von Herzkreislaufproblemen betroffen sind.

Doch Stress ist auch ein Geschenk! Er ist ein Warnsignal unseres Körpers, das uns aufzeigt, dass etwas falsch läuft und wir etwas ändern sollten.

Achtung: fremde Einflusszone!

In jeder Stresssituation gibt es immer eine persönliche Einflusszone und eine persönliche Interessenszone. Das Stressgefühl können Sie als Weckruf betrachten: Achtung, Du befindest Dich in einer fremden Einflusszone! In unserer eigenen können wir unabhängig von anderen selbstständig handeln und etwas verändern.

Der Führungsstil des Chefs, dass Ihre Kinder einen Job bekommen oder das Aufgabenmanagement des Kollegen gehören folglich nicht dazu. Es ist lediglich meine Interessenszone, weil ich mir ein gutes Leben für mein Kind wünsche, gerne wertgeschätzt oder gut informiert werden möchte. Sie können sich etwas wünschen oder Ihrem Kollegen souverän mitteilen, dass er Sie beim nächsten Mal informieren oder ins CC setzen soll.

Ob Ihr Wunsch erfüllt wird, liegt leider wiederum nicht in Ihrer Macht. Um zu prüfen, ob das „Geschenk“ in Ihrer Stresssituation in der Erkenntnis liegt, dass Sie Einfluss- und Interessenzone verwechseln, beantworten Sie sich nach kurzem Innehalten diese Fragen: Wer kann das verändern, was ich anders haben will? Was kann ich gerade wirklich tun? Bin ich mit meiner Sichtweise außerhalb meiner Einflusszone?

Um es mit dem Dalai Lama zu sagen: Suche geduldig die friedliche Lösung. Denn andere gegen deren Willen zu verändern, bedeutet eine Form von Krieg.

Ein Schlüssel zur Gelassenheit

Stellen Sie sich vor, Sie könnten Stress ganz einfach abstellen, an Ihrem persönlichen An- und Ausschalter: „An“ gleich gestresst, „Aus“ gleich gelassen. Und Sie allein haben die Kontrolle darüber, weil nur Sie Zugang zu dem Schalter haben. Dieser befindet sich nämlich in Ihrem Kopf.

Meine These für Sie zur Prüfung im echten Lebe:
Sind Sie in Ihren Angelegenheiten, also Ihrer Einflusszone, ist der Stressschalter aus, befinden Sie sich gedanklich in fremden Angelegenheiten, sind sich dessen aber nicht bewusst, ist er an. Sie erleben Stress. Wenn Sie Ihre Angelegenheiten mit denen anderer verwechseln, glauben Sie, Sie könnten etwas beeinflussen, das Sie stört, ohne es tatsächlich zu können.

Wichtig: natürlich haben Sie ein Anrecht darauf, gut informiert, gut behandelt zu werden – Ihre Interessenzsone haben Sie also völlig zu Recht. Ohne jede Diskussion!!!! Aber dann kam das echte Leben und hat die Einflusszone von Menschen erfunden.

Prüfen Sie: Große Schnittmenge –> kleiner Stress; Kleine Schnittmenge großer Stress.

Mein Tipp für 2016:
Stemmen Sie sich weniger gegen das, was ist. Warum? Weil Sie verlieren werden.

Werden Sie vielmehr zum geduldigen „Freund der Wirklichkeit“. Beginnen Sie, sich dem, was Sie potenziell stresst, offen, interessiert und neugierig zuzuwenden.

Ich übe das fast täglich, machen Sie mit!

Der Schlüssel dabei ist es, zu akzeptieren, dass Sie in den Bereichen anderer nichts wirklich ändern können, auch wenn Ihr Verstand Ihnen tausend Gründe nennt, warum manche Menschen um Sie herum sich anders verhalten sollten.

Das soll nicht heißen, dass Sie es einfach über sich ergehen lassen sollen, wenn Ihnen etwa jemand Informationen vorenthält, die Sie brauchen. Sie können sich allerdings klar machen, dass derjenige Ihre Grenzen oder Anliegen nicht zwangsläufig achten oder gar erfüllen wird, auch wenn Sie ihn auf Ihren „Wunsch“ hinweisen.

Sprechen Sie an, was Sie stört und erwarten dabei nicht, dass andere nach Ihrer Pfeife tanzen!

Wenn Sie sich in fremden Einflusszonen / Angelegenheiten aufhalten, sich über die Zukunft sorgen oder über Vergangenes ärgern, verschwenden Sie meistens Energie, die Sie besser in Angelegenheiten investiert hätten, die Sie ändern können.

Ich übe das auch weiterhin in 2016. Sie auch?

 

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