Das Weltbild mental starker Menschen


23.01.2018

Stellen Sie sich einen Baum vor. Nehmen wir an, dieser Baum ist ein Symbol für Ihr Leben. An seinen Zweigen hängen Früchte, dies sind im Leben Ihre Ergebnisse. Wenn Sie sich die Früchte des Lebens ansehen, können Sie diese mögen oder nicht. Die Ernte kann zufriedenstellend, reichlich und schmackhaft sein. Es kann auch sein, dass die Früchte zu wenig, zu sauer oder zu klein sind. Was tun die meisten Menschen in ihrem Leben? Sie konzentrieren sich auf die Früchte und verwenden noch mehr Aufmerksamkeit und Aufwand, um die Früchte zu verschönern.

Dies ist jedoch nur ein Teil, um die Ernte zu verändern.

Denn wo liegt der Ursprung der Früchte? Es sind die Samen und Wurzeln, die diese Früchte hervorbringen. Was unter der Erde unsichtbar ist, schafft das, was über der Erde sichtbar ist.

Da ist es schon verlockend, sich um dien sichtbaren Bereich zu kümmern. Jedoch wird man damit niemals so erfolgreich sein wie mit einer Veränderung der Wurzel.

Also: wenn Sie die Früchte deutlich ändern wollen, müssen Sie die Wurzeln ändern. Um das Sichtbare zu ändern, müssen Sie zuerst das Unsichtbare verändern.

Um diese Idee zu verdeutlichen, gebe ich Ihnen ein weiteres Beispiel: wenn Sie am PC ein Dokument erstellen, es ausdrucken und dann einen Fehler entdecken, können Sie diesen Fehler auf dem Papier korrigieren. Sie können allerdings auch das Dokument verändern. So ist der Fehler auf Dauer korrigiert und kann nicht wieder auftauchen.

Viele Menschen glauben, dass sie einer „physischen“, festen, objektiven Welt leben, in der vieles unveränderbar, fest, starr ist. Dies ist ein Irrglaube. Denn die Welt, die wir für wirklich halten, ist lediglich die individuelle, subjektive Wahrnehmung von tatsächlich vorhandenen Dingen, zu denen wir keinen direkten Zugang haben.

Diese Wahrnehmung wird durch unsere Interessen, Erfahrungen und Stimmungen beeinflusst.

Wenn Sie ein und dasselbe Haus von einem Architekten, einem Wohnungssuchendem, einem Städteplaner und einem Historiker beschreiben lassen, erhalten Sie vier völlig unterschiedliche Wahrnehmungen von diesem Haus. Recht haben alle, weil sie über ihre eigenen Programme wahrnehmen. Weil diese unterschiedlich sind, sind die Beschreibungen unterschiedlich. Natürlich gibt es dieses Haus „wirklich“, jedoch haben wir über unsere Wahrnehmung keinen direkten Zugang zu ihr.

Viele Menschen erkennen nicht, dass die „physische“ Welt lediglich ein Ausdruck von unserer inneren Welt ist: der mentalen Welt. Nichts an sich hat eine Bedeutung. Erst wenn wir Dingen, Erlebnisse, Situationen, Menschen eine Bedeutung geben, haben sie eine Bedeutung.

Dies liest sich auf den ersten Blick eventuell irritierend oder nebensächlich, es ist jedoch ein unbeschreiblich bedeutsames offenes Geheimnis. Denn wer sich mit dieser Tatsache beschäftigt und sie in sein Leben lässt, kann nicht mehr gestresst sein. Der Grund für diesen Zusammenhang besteht darin, dass Menschen mit dieser Erkenntnis wissen, dass Sie unter Stress lediglich von ihrer eigenen inneren Welt gestresst werden und nicht von der physischen, objektiven Welt.

Nur mit dieser Erkenntnis ist es möglich, ein wirklich gelassenes Leben zu führen. Denn sie ermöglicht, den Stress aktiv, aus eigener Kraft an dessen Wurzel zu packen und ihn so in das aufzulösen, was er in Wirklichkeit ist: ein Gedanke in der inneren Welt, welcher zu unangenehmen Gefühlen führt.

Nichts im Leben kann Sie stressen, außer wenn Sie es zulassen.

Ihre innere Welt schafft Ihre äußere Welt. Stress kann nicht in der äußeren, physischen Welt verändert werden, sondern nur da, wo er stattfindet: in der inneren, mentalen Welt.

Das erklärt auch, warum Menschen, die autogenes Training und Yoga machen, trotzdem gestresst sein können. Während des Trainings tritt eine Entspannung ein. Doch am nächsten Tag beginnt der Alltag wieder und es tritt Stress auf. Die meisten Menschen sehen in der Arbeit oder anderen Menschen die Ursache für ihren Stress. Solange sie das glauben, werden sie keine dauerhafte Gelassenheit erleben können. Denn sie machen sich abhängig von der Arbeit oder anderen Menschen, weil sie solche Aspekte des Lebens lediglich unter Mitwirkung dieser verändern können. Und gerade unter Stress ist es immer so, dass das Leben eben nicht so ist wie die gestresste Person es haben will.

Viele Grüße,
Ihr und Euer Christian Bremer 


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